Die Strecke

Bildschirmfoto 2015-12-17 um 15.24.47Der Bahnhof Nebitzschen:
Im Bahnhof Nebitzschen zweigt die Strecke nach Kemmlitz von der Hauptstrecke Mügeln – Neichen (heute noch bis Glossen) ab. Der Bahnhof Nebitzschen verfügte einst über stattliche 5 Gleise mit insgesamt 11 Weichen, von denen eine sogar eine DKW war. Er wurde allerdings bei der großen Streckensanierung 1981 bis auf ein Durchgangsgleis völlig zurück gebaut.
Lange waren in Nebitzschen nur zwei Weichen auf den Bahnhof, wovon die erste von der damaligen Hauptstrecke Mügeln – Kemmlitz abzweigte und die darauf folgende einmal zur Fahrzeugverladerampe und einmal ins Nichts führte. Erst mit dem Wiederaufbau des Streckabschnittes nach Glossen im Jahr 2005/2006 kamen wieder zwei Weichen dazu. Bei den Streckensanierungsarbeiten zwischen Mügeln und Glossen 2014 wurden auch die alten Abschnitte im Bahnhof Nebitzschen erneuert. Dabei beseitigte man auch die Verladerampe, die durch einen Neubau auf dem Bahnhof Mügeln ersetzt wurde. Die Weiche zum Verladegleis ist nun die auf der der Zug nach Glossen fährt, da wo heute das Gleis am Bahnsteig liegt befand sich einst die Fahrzeugverladung, heute kann man hier in die Züge nach Glossen oder Mügeln einsteigen.
Die Wartehalle auf dem Bahnsteig ist ein fast vollständiger Neubau, der durch die Regie der Vereinsmitglieder Roger Glanz und Peter Heinich durch das Förder- und Umschulungswerk „Inbit“ aus Harth (heute in Döbeln) ausgeführt wurde. Die originale Wartehalle war vom Zustand her so schlecht, dass sie einfach nicht mehr zu retten war. Doch die Neue ist ein fast perfekter 1 zu 1 Nachbau des Originals.

Bildschirmfoto 2015-12-17 um 15.27.26Der erste Streckenabschnitt:
Ab der Ausfahrt aus dem Bahnhof Nebitzschen beginnt die Strecke zu steigen und kreuzt in einem Linksbogen die S37 Mügeln – Ablass. Fast geradlinig geht es wenig später über die erste, ca 8m lange Blechträgerbrücke, welche den Kemmlitzbach überspannt. Danach geht es in einem engen Links- und darauf folgenden engen Rechtsbogen dem Ort Poppitz entgegen, um dann den Ort rechts neben sich liegen lassend zwischen Bäumen und Sträuchern hindurch den Bahnübergang an der Poppitzer Straße zu erreichen. Hier befand sich kurze Zeit auch mal ein Haltepunkt, welcher aber durch Nichtnutzung wieder aufgegeben wurde.
Dieser erste Streckenabschnitt war der Hauptgrund für die Betriebseinstellung, da hier nicht nur die anfangs erwähnte Brücke in einem schlechten Zustand war, sondern auch der gesamte Abschnitt der sogenannten Poppitzer Kurve.

10917187_694537107325623_5871959496335512844_oDer zweite Streckenabschnitt:
Nach dem BÜ Poppitzer Straße geht es stetig bergauf dem Ort Kemmlitz entgegen. Der Streckenabschnitt besteht vor allem aus drei langen Geraden und folgt dem Verlauf des Kemmlitzbaches. Auf halber Strecke befindet sich rechts der Gleise ein kleines Wäldchen, hier wurden bei den Osterfahrten des Vereins gern mal die Ostereier versteckt, was vor allem für die Kleinsten immer ein großer Spaß war.
Am Ende der dritten langen Geraden ist der Ort Kemmlitz erreicht. Auf einem hohen Damm, in einem Linksbogen kommen die ersten Häuser des Ortes zum Vorschein. Nach dem Bogen fährt der Zug auch schon in den Haltpunkt Kemmlitz Ort ein. Dieser Haltepunkt ist erst zu Zeiten der Döllnitzbahn entstanden da der Bahnhof Kemmlitz ja im Grunde nur ein reiner Güterbahnhof ist und keinen richtigen Zugang zum Ort hat.
Dieser zweite Streckenabschnitt ist ein reiner „Stahlschwellenabschnitt“ und deshalb in einem doch recht guten Zustand.

Bildschirmfoto 2015-12-17 um 15.25.21Der dritte Streckenabschnitt:
Nach dem Haltepunkt Kemmlitz Ort wird erst ein Weg und dann die Dorfstraße von Kemmlitz gekreuzt. Nach dem Straßenübergang kommt die erste Weiche die rechts zu einem Betriebsanschluss des Kemmlitzer Kaolinwerks (ehemals Anschluss Werk 2) führt. Der Anschluss wurde nach der Einstellung des Güterverkehrs vom Kaolinwerk zurück gebaut.
Unsere Strecke schwenkt aber nach links um sich auf einem hohen Damm, von dem aus man links den unteren Teil des Ortes und rechts das Kaolinwerk sehen kann, dem Betriebsbahnhof zu nähern.
Kurz vor dem Bahnhof wird noch die Zufahrtsstraße zum Kaolinwerk auf einer Brücke überfahren.
Dieser Streckenabschnitt ist ebenfalls in einem schlechten Zustand. Die Zufahrtsweiche zum Anschluss Kaolinwerk 2 ist ausgefahren und muss ausgebaut werden, im gesamten Bogenabschnitt müssen die Schwellen erneuert und der Damm gesichert werden und auch die Brücke braucht mal wieder etwas Zuneigung, auch wenn diese sich noch in einem recht guten Zustand befindet.

Bildschirmfoto 2015-12-17 um 15.27.35Der Betriebsbahnhof Kemmlitz:
Der Bahnhof ist heute noch fast in seiner gesamten Ausdehnung vorhanden und hat 3 Gleise, ein Abstellgleis (auf dem früher mal ein Lokschuppen für eine Rangierlok stand) und 5 Weichen.
Auf dem Bahnhof war in der gesamten Betriebszeit nur ein paar Jahre einen Verladeanlage installiert und noch heute sieht man die Überreste der Gleiswaage. Die meiste Zeit diente der Bahnhof als Rangierfeld um die Betriebsanschlüsse des Kaolinwerks zu bedienen.
Neben dem schon genannten Anschluss Werk 2 gab es noch den Anschluss Werk 1, welcher ca. 50m nach dem Bahnhof von der Strecke Richtung Börtewitz/Kroptewitz abzweigte. Bis ca. 1986 gab es noch einen Anschluss Werk 3, welcher sich ca. 1km nach dem Bahnhof Kemmlitz in Richtung Börtewitz befand, Reste des Anschlusses sind noch heute zu finden.
Das gesamte Gleisbild der ehemaligen Betriebsanlagen in und um Kemmlitz könnte man als Vorlage für eine Modelbahn ansehen, wenn man nicht wüsste dass es diese Anlage so auch wirklich gegeben hat. Auf alten Bildern sieht man das kreuz und quer durch diese Betriebsanlagen auch noch Feldbahnen gefahren sind, aber von denen ist heute fast nichts mehr zu finden.
Der Bahnhof ist so in einen akzeptablen Zustand, doch müssen auch hier die Schwellen einiger Meter Gleis erneuert werden. Zudem muss der Bahnhof den neuen Anforderungen angepasst und mit einem Bahnsteig ausgerüstet werden. Ideal wäre ja auch noch die Errichtung einer Wartehalle so wie sie z.B. auf der Strecke Döbeln – Lommatzsch standen.